Copp-Preis

Statuten
Preisträgerin 2024: Dr. Julia Mehl

Der COPP-Preis 2024, dotiert mit 5.000 EUR, ging an Frau Dr. Julia Mehl vom Julius Wolff Institut aus Berlin mit einer beeindruckenden Arbeit zum Thema:„External mechanical stability regulates hematoma vascularization in bone healing rather than endothelial YAP/TAZ mechanotransduction”, welche im Journal of Advanced Science publiziert wurde. DOI: 10.1002/advs.202307050.

Dr. Friederike Thomasius, Dr. Julia Mehl, Prof. Martina Rauner (v.l.n.r.)
Preisträger 2022: Dr. Dominik Saul

Der mit 5.000 Euro dotierte Copp-Preis 2022 der Deutschen Gesellschaft für Osteologie wurde dieses Jahr vergeben an Dr. Dominik Saul aus Göttingen für die Arbeit: "A New Gene Set Identifies Senescent Cells and Predicts Senescence-Associated Pathways Across Tissues"

Dr. Dominik Saul

Preisträger 2019: Dr. Julia Luther, Dr. Timur Yorgan, Dr. Tim Rolvien und Dr. Ulrike Baschant

Der mit 5.000 Euro dotierte Copp-Preis 2019 der Deutschen Gesellschaft für Osteologie wurde dieses Jahr geteilt und an zwei gleichwertig begutachtete Arbeiten vergeben.

Dr. Julia LutherDr. Timur Yorgan und Dr. Tim Rolvien wurden für die Arbeit "Wnt1 is an Lrp5-independent bone-anabolic Wnt ligand" welche 2018 in Science Translational Medicine veröffentlich wurde ausgezeichnet. In der Studie wurde die hohe Prävalenz von WNT1-Mutationen bei Patienten mit Early-Onset Osteoporose gezeigt, sowie mit Hilfe eines loss-of-function-Mausmodells experimentell belegt, dass die Inaktivierung von Wnt1 spezifisch in Osteoblasten zu Osteoporose und spontanen Knochenbrüchen führt. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend, konnten die Autoren die knochenanabole Wirkung von Wnt1 bei jungen, adulten und alternden Mäusen anhand eines Mausmodells mit einem induzierbaren, Osteoblasten-spezifischen Transgen zeigen und nachweisen, dass die knochenanabole Funktion von Wnt1 keine Lrp5-Expression erfordert. Die Arbeit eröffnet damit neue potentielle Möglichkeiten für die Behandlung von Erkrankungen mit geringer Knochenmasse.

Aus Dresden wurde Dr. Ulrike Baschant für ihre Arbeit "Transferrin receptor 2 controls bone mass and pathological bone formation via BMP and Wnt signaling" ausgezeichnet (Nature Metabolism, 2019). In dieser Studie konnten gezeigt werden, dass der Transferrinrezeptor-2, der ein wesentlicher Regulator des Eisenstoffwechsels ist, auch im Knochen exprimiert wird und dort über die Regulation der BMP- und Wnt-Signalwege die Knochenhomöostase reguliert. Zudem kann die BMP-bindende Domäne des Transferrinrezeptors-2 therapeutisch eingesetzt werden um heterotope Ossifikationen zu unterbinden.

Preisträger 2017: PD Dr. Roland Kocijan, Dr. Matthias Hackl & Co.

Der mit 7.500 Euro dotierte Copp-Preis 2017 der Deutschen Gesellschaft für Osteologie wurde dieses Jahr an an Herrn PD Dr. Roland Kocijan der VINFORCE study group, Dr. Matthias Hackl der TaMiRNA GmbH und Co-Autoren verliehen. Prämiert wurde die Arbeit "Circulating microRNA signatures in patients with idiopathic and postmenopausal osteoporosis and fragility fractures", die 2016 im renommierten Journal of Endocrinology and Metabolism publiziert wurde. In der Studie konnte gezeigt werden, dass eine Gruppe zirkulierender micoRNAs (miRNAs) bei Männern und Frauen mit idiopathischer Osteoporose sowie postmenopausaler Osteoporose verglichen mit gesunden Kontrollen unterschiedlich reguliert sind. Die Ergebnisse waren unabhängig von Alter und Geschlecht. MiRNAs stellen somit eine Gruppe neuer, vielversprechender Serumbiomarker dar, die zukünftig in der Diagnose der Osteoporose eine Rolle spielen könnten. Der Preis wurde im Rahmen des jährlichen Osteologie-Kongresses im März 2017 Erlangen überreicht.

Preisträger 2015: Dr. Dr. Johannes Keller, Prof. Dr. Thorsten Schinke und Prof. Dr. Michael Amling

Der diesjährige mit 7.500 Euro dotierte Copp-Preis der Deutschen Gesellschaft für Osteologie geht an Dr. Dr. Johannes Keller, Prof. Dr. Thorsten Schinke und Prof. Dr. Michael Amling vom Institut für Osteologie und Biomechanik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Ausgezeichnet wurde die Arbeit "Calcitonin controls bone formation by inhibiting the release of sphingosine 1-phosphate from osteoclasts" welche kürzlich in Nature Communications veröffentlicht wurde. Die Autoren konnten zeigen, dass Calcitonin die Freisetzung von osteoanabolen Sphingosine-1-Phosphat aus knochenresorbierenden Osteoklasten hemmt und somit negativ die Knochenformation reguliert. Die Ergebnisse dieser Studie verbessern unser Verständnis der Kommunikation zwischen Osteoklasten und Osteoblasten und identifizieren einen neuartigen Regulationsmechanismus, der potentiell zur Behandlung von Knochenmasseverlustsyndromen genutzt werdenkann.

Preisträgerin 2013: Dr. Martina Rauner

Die diesjährige Preisträgerin des mit 7.500 Euro dotierten Copp-Preis der Deutschen Gesellschaft für Osteologie ist Frau Dr. Martina Rauner aus Dresden. Ausgezeichnet wurde die Arbeit "WNT5A is induced by inflammatory mediators in bone marrow stromal cells and regulates cytokine and chemokine production" welche im renommierten Journal of Bone and Mineral Research veröffentlicht wurde. Frau Dr. Rauner ist aktuell als Nachwuchsgruppenleiterin in der Arbeitsgruppe von Herrn Prof. Lorenz Hofbauer in der Medizinischen Klinik 3 in Dresden tätig. Die gebürtige Österreicherin, die ihre Ausbildung als Biotechnologin in Wien und Marburg absolvierte, untersuchte den Einfluss des Wnt5a Proteins auf inflammatorische Prozesse im Knochen. Sie konnte zeigen, dass Wnt5a in synovialen Fibroblasten von Patienten mit rheumatoider Arthritis erhöht ist und inflammatorische Zytokine und Chemokine reguliert. Die Ergebnisse dieser Arbeit verbessern unser Verständnis über die molekulare Grundlage entzündlicher Prozesse wie der rheumatoide Arthritis und eröffnen mögliche Ansätze für neue Therapien.

Frühere Preisträger/innen
2011 Dr. Eric Hesse, PhD: "Is a Target Gene and Key Effector of Parathyroid Hormone-Related Peptide Signaling in Growth Plate Chondrocytes
controls bone mass by HDAC3-dependent attenuation of Runx2 activity."
2010 Dr. Tilmann Rachner: "Zoledronic acid induces apoptosis and changes the TRAIL/OPG ratio in breast cancer cells." Cancer Letters (im Druck),
"Osteoprotegerin production by breast cancer cells is suppressed by Dexamethasone and conferes resistance against TRAIL-induced apoptosis." J. Cell. Biochem. (2009) 108:106-116,
"17β-Estradiol inhibits osteoprotegerin production by the estrogen receptor-β-positive human breast cancer cell line MCF-7." Biochem. Biophys. Res. Commun. (2008) 368:736-741,
"Fatal attraction: why brest cancer cells home to bone." Breast Cancer Res. (2008) 10:10
2009 Frau Dr.-Ing. Grit Kasper: "Mesenchymal Stem Regulate Angiogenesis According to Their Mechanical Environment"
2007 Prof. Dr. H. Peterlik: "From brittle to ductile fracture of bone"
2004 Geteilt an Britt Wildemann: "Einfluss von IGF-I und FGF-ß1 auf die Zellproliferation und Differenzierung bei der experimentellen Frakturheilung" und
Thomas Pufe: "Die Rolle des VEGF (vascular endothelial growth factor) bei glucocorticoidinduziertem Knochenverlust"
2001 Lorenz C. Hofbauer: "Osteoprotegerin"
1997 Geteilt an P. Fratzl, O. Paris, K. Klaushofer, W. J. Landis: "Bone Mineralization in an Osteogenesis Imperfecta Mouse Model Studied by Small-Angle X-ray Scattering." und
Hans Christian Kasperk: "Skeletal site dependent expression of the androgen receptor in human osteoblastic cell populations."
1993 Geteilt an Christian Wüster: "Calcitonin und Osteoporose" und
David B. Jones und Dieter Bingmann: "Reaktion von Osteoblasten auf biomechanische Stimuli."
1991 Hans Scherübl, Günther Schulz und Jürgen Heschler: "A slowly inactivating calcium current works as a calcium sensor in calcium secreting cells."
1989 Rolf E. Brenner, Ulrich Vetter, Andreas Nerlich, Otto Wörsdorfer und Peter K. Müller: "Osteogenesis imperfecta: Biochemische Untersuchungen an Knochen-, Callus-Gewebe und kultivierten Zellen. Ein Beitrag zum Verständnis der molekularen Ursachen."

In den 1980er Jahren hatte die Einführung des rekombinanten Lachs-Calcitonins als Medikament gegen den Knochenverlust neue Hoffnungen bei der Behandlung der Osteoporose geweckt. Um die Forschung auf diesem Gebiet zu fördern, setzte die Fa. Rorer einen mit 15.000 DM dotierten Preis aus, der durch die DGO vergeben werden sollte. Der Preis wurde nach Prof. Harold D. Copp (1915-1998), kanadischer Wissenschaftler und Entdecker des Calcitonins, benannt.

Durch den Vorstand der DGO wurde zunächst beschlossen, den Preis alternierend für besondere Verdienste um die Forschung auf dem Calcitonin-Sektor im Wechsel mit einem Preis für besondere Verdienste auf dem gesamten osteologischen Gebiet, bevorzugt im deutschsprachigem Raum, zu vergeben. Nachdem der Preis erstmalig 1989 und 1991 vergeben wurde, zog sich die Fa. Rorer aus der Finanzierung des Preises zurück. 1993 ermöglichte eine großzügige Spende durch Prof. Keck, dass der Preis trotzdem vergeben werden konnte. Seit 1997 wurde der Copp-Preis wieder, wenn auch zunächst unregelmäßig, ausgeschrieben und wird nun aus Mitteln der DGO finanziert.